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Facebook und Identität

Für viele ist es die private Visitenkarte im Web – die eigene Facebook Profilseite. Es wird darauf geachtet, nur das beste Foto hochzuladen, die status updates sorgfälltig zu wählen und  Kommentare wohlüberlegt zu formulieren. Schliesslich fügt sich alles was man unter seinem Namen in Facebook sagt zu einem Ganzen, das der eigenen Identität entsprechen soll. Die meisten Facebook User verfolgen bewusst und unbewusst eine solche Identitätsstrategie.

Facebook Studie

Es gibt immer mehr Studien, die das Nutzerverhalten in verschiedensten Facetten untersuchen. Ich habe selber eine kleine Pilotstudie im Rahmen meiner Bachelorarbeit durchgeführt. Ziel war es, herauszufinden, wie sehr Facebook einer Community of Practice entspricht. Eine Community of Practice ist zum Beispiel eine Gemeinschaft von Berufsleuten der selben Firma und Abteilung, bspw. Call-Center Agenten. In dieser Community werden bestimmte Eigenschaften und Tätigkeiten vorausgesetzt, um Teil der Community zu sein. Dabei spielen ältere Telefonisten eine andere Rolle als neu dazugestossene.

Das Interessante an Communities of Practice ist ihre fundamentale Verbindung zu Identität: Man ist, was man tut! Aber ist man auch, was man auf Facebook tut?

Facebook Unterhaltung – unverbindliches Palaver?

Die Frage, ob und in welchem Masse die Posts und Inhalte eines Nutzers auch wirklich dessen Identität enstprechen, kann sicherlich nicht allgemeingültig beantwortet werden. Nicht alle nehmen ihre Aktionen auf Facebook so ernst wie ihre Taten im offline-Alltag. Jedoch verfolgen viele die Facebook Inhalte anderer aus Voyeurismus ohne viel zu kommentieren.  Das müsste zu denken geben. Die eigenen Freunde merken sehr wohl, welche Posts man hochlädt und welche Kommentare man abgibt. Viel mehr als im offline-Leben, wird ein und dieselbe online-Aktion von mehreren Leuten gleichzeitig wahrgenommen. Braucht es also einen Facebook-Knigge? – Es ist auf jedenfall nötig, dass man sich seiner Facebook-Aktionen bewusst ist.

Daniel Rauch
Geschrieben am 14. Februar 2011 von Daniel Rauch in Fachthemen, Social Media