Unaufhörliche Datenjagd
Profilseite umgestaltet
Facebook startet mit der Neugestaltung der Profilansicht einen weiteren Versuch, an mehr Nutzerdaten zu kommen. So sind beispielsweise Fotos grösser und laden noch mehr dazu ein, Tags zu setzen. Aber auch die Kurzvorstellung jedes Users führt dazu, dass sich User vermehrt der Info-Section widmen und Beziehungen zu Freunden sichtbar machen.
Die wesentlichste Neuerung bei Facebook: Fotos sind nun prominenter, nämlich zuoberst bei jedem Profil, platziert. Damit man alle Neuerungen erkennt, bedarf es der Freischaltung des neuen Facebook-Profils durch den Nutzer. Im Wesentlichen lassen sich die Neuerungen unter einem Anliegen zusammenfassen: die Nutzer sollen ihr soziales Umfeld noch genauer mit den Facebook-Werkzeugen digitalisieren.
Felder, die vorher brach gelegen sind, sollen nun durch den Nutzer ausgefüllt werden. Beispielsweise, mit wem man in der Firma an welchem Projekt wie lange arbeitet, bzw. gearbeitet hat. Oder wo man die Grundschule besucht hat, oder in welcher Univorlesung man gerade mit wem büffelt. Die meisten Vorschläge erscheinen automatisch, da viele Daten bereits Facebook-intern gespeichert sind.
Facebook analysiert Beziehungen zwischen Lebensläufen
Die Vorschläge verdeutlichen: Facebook pflegt eine intelligent aufgebaute Datenbank, die Lebensläufe analysieren und in Beziehung zu anderen setzen kann. Die Datenbank versteht, was ein Arbeitgeber ist. Und je mehr von den 500 Millionen Facebook-Mitgliedern die Datenbank um Einträge zu den neuen Details ergänzen, desto besser kann die Facebook-Datenbank abschätzen, wer mit wem wo gearbeitet hat, in welcher Art von einer Beziehung diese Personen stehen könnten und welche Projekte in welchen Unternehmen liefen oder laufen.
Das Ziel ist klar: möglichst viele User sollen die Datenbank selbständig mit solchen Einträgen füllen. Damit dies auch passiert, richtet sich die Aufmerksamkeit der Neugestaltung des Designs auf diese Details aus. Über jedem neuen Profil prangt neuerdings ein Kurzporträt der Profilperson. Darin findet man die wichtigsten Details wie bspw. Arbeitgeber, Lehrstätte, Sprachtalente, Herkunft und natürlich das Profilbild.
Facebook-Mitglieder als Gratis-Mitarbeiter
Facebook stellt mit dieser Überarbeitung die wichtigste Eigenschaft des sozialen Netzwerks heraus: Mitglieder sollen animiert werden, Beziehungen anzugeben, zu knüpfen, Fotos und Links zu teilen, zu bewerten und zu kommentieren. Anders formuliert: Facebook geht – zu Recht – davon aus, dass 500 Millionen unbezahlte Mitarbeiter (in diesem Fall die beisteuernden Mitglieder) schneller mehr Wissen über sich, andere, die Welt und das Netz nach Kategorien organisieren und digitalisieren.
Das ist der Kern von Social Media: “Generiere einen Mehrwert für andere Nutzer”. Bezüglich der bereitgestellten Informationen durch Nutzer muss man sich allerdings fragen, wie aussagekräftig und nützlich diese sind. Wenn unter den Interessen von einem Nutzer z.B. “Schlafen”, “Dösen” und “Ausschlafen” aufgeführt werden, erkennt man zwar das Schlafbedürfnis des Nutzers, kann daraus aber wenig Nutzen ziehen. Nützliche Interessensangaben wären schon eher Philosophie, Altruismus, Floristik, Indoor-Klettern, oder ähnliches.
Daraus lässt sich folgern, dass die Facebook-Datenbank zwar wahllos aufnimmt, was User eingeben, nur nehmen nicht alle User diese Kategorisierungen auch ernst.
