Tik Tok – DIE Social Media App 2018

Die App Douyin oder Tik Tok, wie sie ausserhalb von China heisst, dürfte für die wenigsten wirklich ein Begriff sein. Trotzdem ist diese App die am meisten heruntergeladene des Jahres 2018. Die Möglichkeit, Kurz-Videos zu erstellen, kommt vor allem bei Teenagern sehr gut an.

Aus diesem Grund lohnt es sich, dieses Phänomen kurz ein bisschen näher zu betrachten.

Die Applikation Tik Tok besteht schon seit 2016. Im ersten Quartal 2018 erreichte die App knapp 46 Millionen Downloads, was dem Spitzenplatz im App-Store entsprach.

Die App spricht eher ein jüngeres Zielpublikum an, was sich auch im Alter der bekanntesten Stars widerspiegelt: Lisa und Lena, deutsche Zwillinge, sowie Loren Gray sind alle im Jahr 2002 geboren worden und nicht nur auf Tik Tok erfolgreich. Allgemein gibt es bei den beliebtesten Accounts kaum Personen, welche älter als 20 Jahre sind.

Tik Tok ist “Mobile Only”. Das heisst, dass sie nur über Smartphones (Iphone oder Android) benutzt werden kann. Die Grundzüge von Tik Tok erinnern an die Video-App Vine, welche 2016 eingestellt wurde.

Übernahme von musical.ly als Initialzündung

Im Prinzip versteckt sich hinter Tik Tok ein Klon der beliebten App musical.ly. Als User wählst Du einfach einen beliebten Song aus und performst ihn dazu vor der Handy-Kamera. Dabei kannst Du zwischen fünf verschiedenen Geschwindigkeiten wählen und somit in Slow-Motion oder gar Zeitraffer aufnehmen. Die bis zu 15 Sekunden langen Selfie-Videos lassen sich mit verschiedenen Effekten, Filtern und 3D-Stickern aufpeppen. Die fertigen Kreationen erscheinen direkt in der App und unterhalten weltweit mehr als 60 Millionen User täglich.

Bei den bekanntesten Usern (Lisa und Lena) äussert sich der Gebrauch der App etwa folgendermassen:

 

Der chinesische Tech-Gigant Bytedance hat im August 2018 für rund eine Milliarde US-Dollar musical.ly übernommen und aus musical.ly und Tik Tok eine richtiggehende Powermarke gemacht. Der Name Tik Tok blieb weiter bestehen, die Benutzer von musical.ly konnten ihr Konto auf Tik Tok wiederfinden und weiterbenutzen. Somit wurde eine riesige Anzahl an Benutzer in eine App transferiert.

Laut Apptopia wuchs das Unternehmen in den letzten 3 Monaten, sprich seit der Übernahme, um 30 Millionen User. Die steigende Popularität von Tik Tok bringt sogar den Social Media Giganten Facebook unter Zugzwang. Medienberichten zufolge arbeitet Facebook an einem Tik Tok Rivalen. Ziel ist es, bei den Teenagern wieder besser anzukommen und diese Zielgruppe besser anzusprechen.

Lasso, wie die neue App von Facebook anscheinend heisst, soll schlussendlich eine Kopie von musical.ly und Tik Tok sein. Auch bei Lasso wird man in der Lage sein, Videos zu erstellen und zu verschiedenen Songs Lip-Sync-Videos zu drehen. Schlussendlich will Facebook auch etwas vom Kuchen abhaben und versucht, mit dieser Kopie Tik Tok die Teenager zu stehlen. Ob das funktioniert, wird die Zukunft zeigen.

Hype um Tik Tok auch in der Schweiz?

Die App Tik Tok ist vor allem im asiatischen Raum und bei Teenagern beliebt.

Wie sieht die Begeisterung der schweizer Jugendlichen für diese App aus? Wir haben verschiedene Spieler von Juniorenteams von Floorball Köniz, einem Unihockeyverein aus der Agglomeration Bern, befragt.

Wir haben den Jugendlichen drei einfach gestrickte Fragen gestellt:

  • Kennst Du die App Tik Tok?
  • Benutzt Du die App?
  • Was für ein Gefühl hast Du gegenüber der App (positiv, neutral, negativ)?

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die App auch in der Schweiz bekannt ist. Grund dafür ist aber vor allem der Vorgänger musical.ly, welcher vielen Jugendlichen ein Begriff ist. Von der Übernahme durch Tik Tok haben einige nicht sehr viel mitbekommen.

Gebraucht wird Tik Tok hingegen eher selten. Die befragten Jungs gaben an, dass aus ihrer Sicht die App eher für Mädchen attraktiv sei.

Tik Tok – Der Selbstversuch

Trotz dem Wissen, das Tik Tok vor allem für eine Zielgruppe von unter 20-Jährigen erschaffen wurde, hat sich der Autor an die Applikation gewagt.

Herausgekommen ist folgendes:

Zu Beginn bemerke ich gleich, dass die auszuwählende Musik vor allem aus Chartmusik besteht. Wählen kann man aus verschiedenen Kategorien (Trending, Hip Hop, etc.). Die Musik spricht mich nicht sonderlich an, aber für die App wähle ich etwas aus. Tik Tok ist sehr intuitiv. Nach der Wahl der Musik kann man kurze Videos drehen, auch der Cut, sprich wo die Musik beginnen soll, kann selber bestimmt werden. Eine Vielzahl an Filter, beispielsweise Farb- und Zeiteffekte können nach der Aufnahme gewählt werden. Dazu können Hashtags verwendet und Freunde getaggt werden. Man kann selber wählen, wer mich taggen kann, das heisst, ich bin nicht Freiwild. Das gefällt mir.

Tik Tok view, Medialeg, Switzerland - Bern

Am Anfang habe ich meinen Spass mit den verschiedenen Filtern, dieser verfliegt aber schnell. Wieso Tik Tok die meistgeladene App 2018 ist, erschliesst sich mir nicht wirklich. Der Spassfaktor zu beginn ist gross, jedoch verfliegt die Begeisterung relativ schnell. Wirklich tiefgründig ist die App nicht, eher sehr oberflächlich. Ich merke, dass ich trotz meines noch nicht fortgeschrittenen Alters schon zu alt für einige Dinge bin. Ich überlasse den Gebrauch dieser App lieber den jüngeren Mitmenschen, habt Spass damit!

 

Tik Tok kennen die Jugendlichen jedenfalls auch in der Schweiz. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die Nutzerzahlen der App entwickeln und ob sie weiterhin beständig bleiben kann, oder ob sich ein Ende wie bei Vine abzeichnet.

Solange die App noch im Hype ist, zählt jedenfalls nur eins: Musik laut stellen und mitsingen und tanzen, was das Zeug hält!

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